#DRY GIN und Potatoes

Beim Campen sind gute Nachbarn sprichwörtlich das Salz in der Suppe. Diesmal kommen sie aus der Nähe von Brüssel. Sofie und Manu und deren drei fast erwachsene Kinder. Selbstverständlich vereinbaren wir, am Abend ein Bierchen zu trinken. Gesagt, getan und wir sitzen zusammen. Sympathie kommt schon dadurch zustande, dass beide auch gerne ein Zigarettchen rauchen und so lasse ich es mir nicht nehmen, mir, die zuvor in Quebec teuer erstandene Zigarre aus Guatemala anzuzünden. Auch auf Whisky kommen wir zu sprechen und jetzt bemerke ich, dass meine Kenntnisse nur marginal sind und Manu, mein Gegenüber, ein ausgewiesener Spezialist ist.

 

Manu de Cort ist Master Distiller, betreibt mit seiner Frau Sofie eine Farm Distillery und ist spezialisiert auf „Raw Material Organic DRY GIN“.

 

Er lässt sich nicht lumpen und schon stehen drei Flaschen auf dem Tisch. Das Flaschen- und Etiketten-Design ist fantastisch und hat sofortigen Wiedererkennungswert. Schräg stehende Flaschen, schwarz-weißes Label, modernste Schriftart … kein Wunder, Manu war Designer, bevor er seine Distillery eröffnete.

 

… und nun zum Inhalt der Flaschen. Ich kannte bisher nur industriell erzeugten Gin und konnte dem nicht besonders viel abgewinnen. Purer Alkohol, dem mittels Tonic Water noch Geschmack beigefügt wird. Ganz anders bei Manus Spezialitäten. Er ist Experte und experimentiert unter anderem mit Apples und, ja, mit Potatoes. Dieses Geruchs- und Geschmackserlebnis werde ich nie wieder vergessen. Manu hat meine Meinung über DRY GIN gänzlich verändert und an diesem Tag begann für mich die GIN-Revolution.

 

Es wäre eine Sünde, an Brüssel vorbei zu fahren, ohne bei Manus Farm Distillery einen Stopp einzulegen. HJ

www.groundcontrolgin.be

OPEN UP FARM DISTILLERY

Manu und Sofie de Cort

Boekhoutstraat 28

1670 Pepingen –Belgium

MANU@OPENUPDISTILLERY.BE

#Algonquin NP – Moose ahead!

Wer hier nicht paddelt, ist selber schuld. Für uns ist klar, ein Boot muss her. Schon wieder so ein Zufall. An unserem kleinen Privatstrand landen zwei Einheimische in einem Kanu an. Hans-Jürgen hilft beim Anlegen und packt kräftig mit an. Als sie unser Fahrzeug sehen, sind wir sofort im Gespräch. Nach dem üblichen Hin und Her bieten sie uns an, ihr Kanu zu benutzen. Wenn’s läuft, dann läuft’s.

 

Am nächsten Morgen machen wir uns mit deren Canadier auf den Weg. Der See ist für unsere Verhältnisse riesig und auch mit weiteren Seen verbunden. Herrlich diese Weite, die Ruhe und die Einsamkeit.

 

Mit dem Paddeln klappt es nur mittelprächtig. Wir kennen uns mehr mit Kayaks und Doppelpaddel aus. Der Indianerstyle sieht bei uns weniger elegant aus und das Tempo entspricht nicht ganz unseren Vorstellungen. Außerdem bin ich der Meinung, dass ich viel mehr paddeln muss als Hans-Jürgen hinter mir. So ziehen wir langsam am Ufer entlang und biegen irgendwann in einen Seitenarm ab.

 

Plötzlich steht er vor uns im seichten Wasser. Unser erster Elch. Moose ahead! Ausgerechnet jetzt haben wir ordentlich Fahrt aufgenommen und so treiben wir, obwohl wir den Vortrieb längst eingestellt haben, geradewegs auf das mächtige Tier zu. Die Elchkuh nimmt zwar Notiz von uns, lässt sich aber keineswegs beeindrucken und schöpft weiter. Dabei gelingen uns einige gute Aufnahmen.

 

Auch am Nachmittag, als wir noch eine Wanderung unternehmen, haben wir erneuten Elchkontakt. Diesmal können wir eine Elchkuh mit Jungtier beobachten.

 

#Die grossen Seen

Die Fahrt entlang der großen Seen ist atemberaubend. Immer wieder bieten sich herrliche Ausblicke über eine Seenlandschaft mit Schäreninseln. Über weite Strecken jedoch ist die Straße etwas zurückgesetzt, so dass Wälder die Sicht zum See verdecken. Als besonders schön empfanden wir den Streckenabschnitt zwischen Sault Ste. Marie und Wawa. An der Pancake Bay, am Lake Superior, fanden wir einen herrlich langen Sandstrand und fühlten uns wie am Meer.

In Atikokan haben wir eine Runde Golf gespielt. 

zum Golfplatz

#Einfach mal die Klappe halten

Kurz vor Thunder Bay steht das Denkmal von Terry Fox. Dieser junge Mann hat uns tief beeindruckt. Im Alter von 18 Jahren hat er durch ein Krebsleiden ein Bein verloren und trug seitdem eine Prothese. Um Lebensmut zu demonstrieren und Geld für die Krebsforschung zu sammeln, startete er den „Marathon of Hope“, der von Sankt John’s in Neufundland über den gesamten Transcanada-Highway bis auf Vancouver-Island in Tagesetappen von 42 Kilometern führen sollte.

 

Anfangs blieb das Unternehmen relativ unbeachtet. Als jedoch die Medien auf den Terry Fox Lauf aufmerksam wurden, kam es an den Zielen seiner Tagesetappen zu richtigen Festen und der tapfere junge Mann wurde gefeiert. Dabei kamen 24 Millionen Dollar an Spenden für die Krebshilfe zusammen.

 

Terry Fox musste seinen Lauf nach 143 Tagen und 5373 Kilometern kurz vor Thunder Bay aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Er wurde nur 22 Jahre alt.

 

Diese Informationen haben wir unserem Reiseführer entnommen. Es war uns wichtig, hier an seinem Denkmal einen Moment zu verweilen.

 

Der vielbesuchte Ort liegt majestätisch hoch über dem Lake Superior und strahlt eine besondere Atmosphäre aus. Die Stille kann man förmlich hören. Anwesende Besucher wirken betroffen. Selbst die Kinder betrachten die übergroße Statue mit Hochachtung.

 

Für Kanadier ist Terry Fox ein Idol. Sein Porträt schmückt zwei Briefmarken und eine Ein-Dollar-Münze. Auch ein Gipfel in den Rocky Mountains trägt seinen Namen. Im gesamten Land wird zeitgleich an den Schulen der alljährliche Terry-Fox-Run ausgerichtet.

 

Eine schöne und so traurige Geschichte. Ich werde Terry Fox nicht vergessen. Der Besuch an seinem Denkmal machte mich noch dankbarer.

www.terryfox.org.

Reise Know How: Kanada, der ganze Westen mit Alaska.

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