AntarktisTour

Expeditions-Kreuzfahrt mit der MS Bremen

vom 11. Januar 2020

bis 31. Januar 2020

RUHE VOR DEM

STURM

Einst, vor langer Zeit, trafen wir in Alaska andere Overlander, die ihre Reise im Süden des Doppelkontinents gestartet hatten. Gespannt und aufmerksam folgten wir ihren Erzählungen. Eines der größten Highlights sei der Trip in die Antarktis gewesen; wenn ihr es irgendwie einrichten könnt, macht diese Tour, rieten sie uns. "Wir können euch die Reise mit der MS Bremen empfehlen, aber bedenkt, ihr müsst sehr frühzeitig buchen, denn kurzfristig ist auf diesem Schiff nichts zu bekommen", waren ihre Worte. Kurzentschlossen buchte ich bereits im Februar 2018 die Antarktisreise für Januar 2020.

Das ist jetzt zwei Jahren her und nun ist es so weit. In wenigen Tage werden wir auf der MS Bremen einziehen und für drei Wochen auf dem Eismeer unterwegs sein. Bereits am 27. Dezember sind wir deshalb nach Ushuaia gereist, an das Ende der Welt, dem Fin del Mundo von Südamerika. Die Sonne verwöhnte uns die letzten Tage und es war windstill, sehr ungewöhnlich für diese Gegend. Der Beagle-Kanal schimmerte in türkisblau. Oft beobachteten wir die zahlreichen Kreuzfahrtschiffe beim Ein- und Auslaufen im Hafen. 

 

Bei Hans steigt die Vorfreude von Stunde zu Stunde, bei mir nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall. Je näher der Abfahrtstermin rückt, um so stärker werden meine Zweifel. Immer wenn ich im Internet recherchiere, fällt mir auf, dass es keinen Bericht zu dieser Schiffsreise gibt, ohne dass die Begriffe Wellengang, Sturmtief, Monsterwellen und Seekrankheit häufige Anwendung finden. Hilfe, wo ich doch auf Bootfahren überhaupt nicht stehe. Wenn ich bisher an die Reise dachte, sah ich niedliche Pinguine, große Wale und leuchtend blaue Eisberge. 

 

Stundenlang grüble ich darüber nach, wie man den Gewalten des Meeres begegnen könnte. Auf jedem Fall brauchen wir dringend ein Medikament gegen Seekrankheit. Am wirksamsten sollen wohl die kleinen Pflaster sein, die hinters Ohr geklebt werden (Scopoterm TTS). Sie wären zwar teuer, würden aber für mehrere Tage Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit mindern. Seekrankheit und die damit verbundene Übelkeit entsteht nämlich nicht im Magen, sondern im Kopf. Durch das Schwanken wird verstärkt Histamin erzeugt und dann geht's ab zum Fischefüttern. Reisetabletten und -kaugummis (Superpep u.a.) nehmen den zweiten Platz ein. Homöopaten verlassen dich auf Ingwerkapseln und nur Träumer glauben, das Übel mit der richtigen Atemtechnik in den Griff zu bekommen. Auch das Essen von Äpfeln soll helfen, wie unser Reisefreund Bernhard empfiehlt.

 

Ich entschied mich für die Pflaster. Zielsicher steuerte ich die Farmacia um die Ecke an und erklärte der Dame im weißen Kittel, dass Hans und ich dringend diese Reisepflaster brauchen. Sie nickte, weil ihr diese Pflaster ein Begriff waren, erklärte uns aber, dass es dieses Produkt in Argentinien nicht zu kaufen gäbe. Auch als ich von Notfall erzählte und unter den Ladentisch deutete, schüttelte sie nur amüsiert den Kopf. Schlagartig sackte meine gute Laune in den Keller und das Wetterbarometer ebenfalls. Aber so schnell hab' ich dann doch nicht aufgegeben. Per E-Mail kontaktierten wir den Schiffsarzt auf der MS Bremen ... ja, und jetzt liegen diese Wunderpflaster hoffentlich in unserer Kabine bereit. Seitdem hat sich meine Laune wieder gebessert und auch das Barometer ist wieder gestiegen. Ob da immer ein Zusammenhang besteht, werde ich beobachten. Also, die nächsten drei Wochen verbringen wir zwischen Eisbergen und Pinguinen. Ahoi ! 

ES BLEIBT

SPANNEND

Da wir während der Schiffsreise keine Beiträge hochladen können, erfolgt unsere Berichterstattung erst Anfang Februar.